Matschie besuchte am 12. März 2010 die Forschungsbibliothek

PresseEinst wandelte der Adel stolz durch die Räume der Forschungsbibliothek auf Schloss Friedenstein. Bis heute hat die Bibliothek, die zu den bedeutendsten Deutschlands gehört, an Charme und Eleganz nichts eingebüßt. Kultusminister Christoph Matschie besuchte sie und fand die Bestände beeindruckend. Als erster Kultusminister folgte Christoph Matschie einer Einladung des Freundeskreises der Forschungsbibliothek. Gotha ist ein Diamant, sagte er nach dem Rundgang durch die alten Sammlungen, die Forschern und Interessenten aus aller Welt zur Verfügung stehen. Herrliche Deckengemälde, stuckverzierte Wände und antiker Fußboden die Bibliothek bietet ein ganz besonderes Ambiente. Dazu der historische Fundus aus über 680 000 gedruckten Werken und zahlreichen Handschriftenbänden, Einzelkarten und Archivalien hier passt alles zusammen. Besonders beeindruckten die ältesten Stücke der Forschungsbibliothek, wie eine Sammelhandschrift aus dem Jahr 800 oder der Briefwechsel Luthers mit Friedrich dem Weisen von 1519. In höchster Präzision wurde die Schrift auf das Papier gebracht, winzig klein und jeder Buchstabe in Perfektion wie in der Handbibel von Friedrich Myconius. Die Exemplare sind Unikate und in bemerkenswert gut erhaltenem Zustand. Das Papier war von viel besserer Qualität und die Holzdeckel und Buchschließen haben die Bücher so gut erhalten, erklärt die Leiterin der Forschungsbibliothek, Dr. Kathrin Paasch, während des Rundganges durch das Turmzimmer. Nicht zu vergessen sind natürlich die Sammlungen der Geographischen Anstalt Justus Perthes oder das goldene Münzkabinett, in dem zwölf vergoldeten Gipsbüsten der ersten römischer Kaiser um die Wette strahlen. Dank dieses Schatzes, dessen Grundstein Herzog Ernst I. mit der Sammlung des Herzoghauses Sachsen-Gotha-Altenburg gelegt hat, sind zahlreiche Forschungen an original erhaltenen Stücken immer noch möglich. Matschie betonte aus diesem Grund die Wichtigkeit, diesen Gothaer Diamanten zu erhalten und zu unterstützen. Denn es handele sich in Fachsprache um getrüffelte Schätze: Hinter jeder Seite stecke ein weiterer Trüffel, so Paasch. TLZ-12.03.2010

 

 

Foto rechts oben:
Kultusminister Christoph Matschie und Prof. Dr. Dr. Georg Schuppener (Vorstandsvorsitzender des Freundeskreises der Forschungsbibliothek Gotha e.V.)
Matschie trug sich in das Gästebuch der Forschungsbibliothek ein