Freundeskreis erhält großzügige Spende aus Siegen

 

Der Lions Club Siegen hat bei einem Besuch der Forschungsbibliothek Gotha dem Freundeskreis der Bibliothek eine Spende in Höhe von 500 Euro übergeben. Knapp je eine Stunde wurden die rund 50 Gäste von dem Mitarbeiter Dr. Sascha Salatowsky durch die Räumlichkeiten auf Schloss Friedenstein geführt. Im Schnellschritt ging es durch das Münzkabinett, vorbei an den Vitrinen mit Handschriften Luthers, Beispielen arabischer Kalligraphie und Druckvorlagen aus dem Perthes-Verlag. Wissendes Nicken, als es um die Briefe der Herzogin Luise Dorothee ging – die neue Statue an der Wasserkunst hatten die Gäste aus Siegen bereits bei einem Bummel durch die Stadt wahrgenommen. Aber dass diese Herzogin mit Voltaire im Briefwechsel stand, das war neu und lsorgte für ein anerkennendes Raunen. Die Gäste staunten, welche Schätze hier aufbewahrt werden. Rund 350.000 Druckschriften vor 1850 sowie über 11.000 Handschriftenbände und Codices umfasst der Altbestand der Forschungsbibliothek. Damit gehört die Gothaer Bibliothek zu den vier größten historischen Bibliotheken in Deutschlands, - „mit einem Altbestand, der umfangreicher ist als der der bekannten Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar“, wie Salatowsky schmunzelnd anmerkte. Die Gäste aus Siegen waren begeistert: „Unglaublich, was es hier zu sehen gibt!“ „Dieser Bestand muss noch viel bekannter werden!“ Die Reise war auf Anregung des Vorsitzenden des Lions Club, Prof. Oliver Schwarz, zustande gekommen. Schwarz, Professor für Didaktik der Physik an der Universität Siegen, kennt die Forschungsbibliothek seit Jahrzehnten  - auch als aktiver Nutzer. Schwarz ist Experte für die Geschichte der Astronomie und hat sich intensiv mit den Arbeiten unter anderem des Gründers der Gothaer Sternwarte, Franz Xaver Zach, beschäftigt. „Die Forschungsbibliothek ist ein wunderbarer Ort, an dem es noch viel zu entdecken gibt“, stellte Schwarz bei der Scheckübergabe an die stellvertretende Vorsitzende des Freundeskreises, Dr. Miriam Rieger, heraus. „Deswegen wollen wir die Arbeit des Freundeskreises unterstützen.“ Rieger bedankte sich bei den Gästen für die großzügige Spende – und für das lebhafte Interesse der Gäste. „Tragen Sie diese Begeisterung weiter, erzählen Sie Ihren Freunden zuhause davon und kommen Sie wieder!.

 

Oliver Schwarz (links im Bild) vom Lions Club Siegen übergibt Miriam Rieger vom Freundeskreises der Forschungsbibliothek Gotha einen symbolischen Scheck in Höhe von 500 Euro.

Foto: Matthias Rekow

 

 

 


 

 


Herr Dr. Steguweit (Mitte) überreicht die restaurierte Handschrift an Frau Cornelia Hopf und Herrn Christan Kreienbrink (Forschungsbibliothek Gotha)

 


 

Spendenaufruf erfolgreich

Bibliotheksfreunde retten wertvolle Handschrift

 

Mithilfe eines vom Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha e.V. gestarteten Spendenaufrufs konnte eine Sammlung von Gelehrtenbriefen aus dem 17. Jahrhundert restauriert werden.

Im vergangenen Jahr waren Mitarbeitern der Forschungsbibliothek bei den Vorbereitungen zu einer astronomiegeschichtlichen Ausstellung auf den Sammelband gestoßen. Dabei wurde  der schlechte restauratorische Zustand des Bandes festgestellt. Die Bibliotheksleitung, Dr. Kathrin Paasch, bat den Freundeskreis um Unterstützung. Der half gerne: Im Rahmen der  Ausstellung „Himmelsspektakel“ wurde der Sammelband gezeigt und ein Spendenaufruf initiiert. In der Ausstellung, in der Presse und im Internet wurde um Unterstützung gebeten. Dank der zahlreichen Spenden kann der Freundeskreis nun insgesamt 3.000 Euro für die Restaurierung bereitstellen. „Ich bin beeindruckt von dieser Spendenfreudigkeit“, freut sich Dr. Wolfgang Steguweit, Vorsitzender des Freundeskreises der Forschungsbibliothek Gotha. „Das zeigt, dass die Bibliothek viele Freunde hat, die ihr mit Tatkraft zur Seite stehen.“   

Der Sammelband umfasst Briefe von Günther Heinrich Plathner (1592-1657), der als Hofrat im Dienst von Sachsen-Weimar stand. Der Gelehrte Plathner befand sich unter anderem im Austausch mit den Jenaer Professoren für Mathematik, Physik und Astronomie Erhard Weigel und Johannes Zeisold sowie den Gothaer Gymnasiallehrern Andreas Reyher und Johann Weitz. Die Korrespondenz umfasst den Zeitraum von 1637 bis 1657. Weigel und Reyher stehen  für die astronomische Tradition des Herzogtums Sachsen-Gotha unter Ernst dem Frommen. Die Handschrift ist ein bedeutendes Zeugnis für das enzyklopädische Interesse frühneuzeitlicher Gelehrsamkeit.

Im Rahmen der Restaurierung wurden Risse am Papier beseitigt und Blätter stabilisiert. Die im Band zusammengefassten Schreiben wurden nach der Bearbeitung nicht wieder gebunden.  Die einzelnen Briefe werden jetzt in säurefreien Mappen in Kassetten bewahrt – eingeheftetes Seidenpapier schützt die einzelnen Dokumente voneinander. „Das erleichtert auch die Nutzung für die künftigen Forscherinnen und Forscher“, erklärt Christian Kreienbrink, Restaurator an der Forschungsbibliothek Gotha. Die Kosten der Restaurierung belaufen sich insgesamt auf rund 5.300  Euro.

 

Der Vorstand des Freundeskreises übergab den Band am Mittwoch, den 23. November, 2016, 16.30 Uhr, der Leitung der Forschungsbibliothek. 

 

 

 

Mittwoch, 14. Februar 2018, 18:15 Uhr

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Das zweite Reformationsjubiläum 1717 gestaltete sich zwischen den ernestinischen Herzögen und dem albertinischen Kurfürsten aus dem Hause Sachsen als ein konkurrierendes Unternehmen über die Deutungshoheit des Protestantismus.

Die ernestinischen Regenten haben sich seit Herzog Ernst dem Frommen von Sachsen-Gotha-Altenburg (reg. 1640-1675) als die „Verteidiger des rechten Glaubens“ gesehen und sich damit gegen den zum Katholizismus konvertierten sächsischen Kurfürsten August den Starken (reg. 1694-1733, König von Polen seit 1697) gestellt.

Initiator einer religionsstrategisch breit angelegten Vorbereitung auf das Jubiläum 1717 war der Gothaer Herzog Friedrich II. (reg. 1691-1732). Er beauftragte den namhaften lutherisch-orthodoxen Theologen Ernst Salomon Cyprian (1673-1745), zugleich Mitglied des Oberkonsistoriums in Gotha und Bibliothekar der herzoglichen Bibliothek auf dem Friedenstein, aus allen protestantischen Landen und Orten zusammenzutragen, was im Hinblick auf die Jubiläumsfeierlichkeiten vorgesehen sei.

Das Ergebnis wurde ein stattlicher, im Jahre 1719 erschienener Folioband von mehr als 1600 Seiten, der neben den offiziellen Verordnungen der Landesregierungen auch die Erlasse der territorialen und lokalen Kirchenbehörden enthielt.

Der Haupttitel lautet Hilaria Evangelica (Evangelisches Freudenfest).

Der dritte Teil des Bandes enthält in Beschreibung und Kupferstichabbildungen die Münzen und Medaillen auf die Zweihundertjahrfeier 1717. Verfasser ist der Betreuer des herzoglichen Münzkabinetts auf Schloss Friedenstein in Gotha, Christian Schlegel (1667-1722), einer der namhaften numismatischen Gelehrten des frühen 18. Jahrhunderts.

Der Vortrag stellt die Jubiläumsmünzen der Ernestiner vor und erläutert den ikonografischen Bezug.

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