Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha besuchte in Coburg
die Landesbibliothek in Schloss Ehrenburg,
die Veste Coburg und Schloss Rosenau

 

Teilnehmer der Exkursion vor Schloss Ehrenburg

  
Der Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha ging am Sonnabend, dem 3. Mai 2014, auf Exkursion nach Coburg, um die Landesbibliothek im Schloss Ehrenburg zu besichtigen. 55 Mitglieder und Bibliotheksenthusiasten waren der Einladung des Freundeskreises gefolgt, um Neues über die Schwesterbibliothek im einstigen Herzogtum Sachsen-Coburg und Gotha zu erfahren. Vor Ort wurden die Bildungsreisenden von der Direktorin der Bibliothek, Frau Dr. Pfister, und ihrer Stellvertreterin, Isolde Kalter, im Foyer des prunkvollen Gebäudes begrüßt.
In einer Präsentation erläuterte Frau Dr. Pfister die Geschichte der Bibliothek auch mit ihren tragischen Verlusten im Dreißigjährigen Krieg und die Entstehung der Sammlungen von der Gründung im frühen 16. Jahrhundert bis in die Gegenwart hinein. Speziell für die Gothaer Besucher wurden Bücher ausgelegt, wie etwa die fein illustrierte und kolorierte Hauschronik (1842-1867) der Herzogin Alexandrine von Sachsen-Coburg und Gotha, die die engen historischen Beziehungen zwischen den beiden ehemals ernestinischen Residenzstädten und ihren herzoglichen Bibliotheken verdeutlichen. Die Bibliotheksfreunde wurden anschließend durch die historischen Räume des Schlosses und – auf verschlungenen Wegen zum gemeinsamen Mittagessen in der ältesten Gaststätte Coburgs – durch die Stadt geführt.
Der in Gotha geborene Herzog Johann Casimir (1564-1633), der Coburg zu seiner Residenz ausbaute und das renommierte Gymnasium Casimirianum gründete, verlieh dem Stadtbild ein markantes Renaissance-Gesicht. In diesem Jahr, in dem das 450. Jubiläum der Geburt dieses bedeutenden Fürsten gefeiert wird, durfte ein Teil der Mitreisenden eine von Frau Dr. Böcking geführte Sonderausstellung auf der Veste Coburg erleben, wo Luther 1530 an der deutschen Übersetzung des Alten Testament gearbeitet hatte. Der andere Teil der Gruppe fuhr zum Schloss Rosenau, um die Geburtsstätte Prinz Alberts (1819-1861), des späteren Ehemanns der englischen Königin Victoria (1819-1901), und das Domizil des königlichen Paars bei ihren Aufenthalten in Coburg zu besuchen. Die Zeit reichte gerade noch, um die herrliche Parkanlage und das Museum für modernes Glas zu erkunden.
Am Ende des so kurzweiligen wie lehrreichen Tages herrschte Konsens darüber, dass die jährliche Tradition, eine prominente historische Bibliothek in Deutschland aufzusuchen, unbedingt fortgesetzt werden sollte. Nach Exkursionen zur Herzogin Anna Amalia Bibliothek Weimar, zur Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel, zur Staatsbibliothek Bamberg, zur Klosterbibliothek Schulpforte mit Naumburg und zur Deutschen Nationalbibliothek in Leipzig werden am 25. Juni auf der Mitgliederversammlung des Freundeskreis der Forschungsbibliothek Gotha Vorschläge für das neue Reiseziel im kommenden Jahr gesammelt.